Sudetendeutsche Landsmannschaft
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München, 11. Oktober 2000

Böhm dankt Südtirol für Soldarität – Südtiroler Landtag einstimmig für Volksgruppenrecht und Aufhebung der Benesch-Dekrete

München/Bozen. Der Landtag von Südtirol hat in einer einstimmigen Resolution (Beschluß Nr. 208/2000) die EU dazu aufgefordert, den Schutz nationaler und anderer Minderheiten zu gewährleisten und diskriminierende Bestimmungen wie die Benesch-Dekrete aufzuheben.

Wörtlich heißt es in der Entschließung: "Rechtsvorschriften in europäischen Ländern, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu nationalen Minderheiten ... oder aufgrund anderer gruppenspezifischer Merkmale diskriminiert" haben "oder die die Grundlage für Maßregelungen, Freiheitsentzug oder gar Vertreibungen waren oder sind, müssen vor einem Beitritt zur Europäischen Union aufgehoben werden." Der Südtiroler Landtag bekräftigte weiter, daß Angehörige nationaler Minderheiten, die "durch Druck zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen wurden" die Solidarität der europäischen Staatenfamilie brauchen.

Der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, Johann Böhm, würdigte die Resolution als wichtigen Beitrag zum gemeinsamen europäischen Haus: "Der Landtag von Südtirol hat wichtige Punkte angesprochen, die noch verwirklicht werden müssen, wenn die EU eine echte Rechtsgemeinschaft sein soll. Südtirol spricht hier mit großer eigener Erfahrung, weil die Südtiroler selbst lange um ihre Identität und um ihre Heimat ringen mußten und das Land inzwischen eine europaweit vorbildliche nationale Autonomie hat."

Es sei besonders bemerkenswert, so Böhm, daß diese Resolution auch von den italienischen Abgeordneten im Südtiroler Landtag mitgetragen wurde. "Diese zeigt, daß ein durchdachtes Minderheitenrecht die Menschen nicht teilt, sondern zusammenführt. Die sudetendeutsche Volksgruppe wird Südtirol seine seit Jahrzehnten gewährte Solidarität nicht vergessen."